NAVTEX
NAVTEX ist als Teil des GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System) in den Küstenbereichen nahezu weltweit verfügbar. Weiterhin werden alle Wetter- und Warnmeldungen im Rahmen des MSI (Maritime Security Information System) in diesem Telexverfahren gesendet.
Das verwendete Funkfernschreibverfahren (FEC) kann mit einem Empfänger und nachgeschaltetem Dekoder an Bord empfangen und ausgewertet werden. Die Ausgabe der Nachrichten erfolgt als Papierausdruck oder auf einem Display.
NAVTEX-Frequenzen
Die Küstenfunkstellen senden weltweit auf der internationalen Navtex-Frequenz von 518 kHz in englisch zum festgelegten Sendeplan.
Für lokale Meldungen wurde die Frequenz 490 kHz reserviert, auf der die Küstenfunkstellen in der jeweiligen Landessprache arbeiten.
In Deutschland senden das BSH Bundesamt fü Seeschifffahrt und Hydrographie und der DWD
Deutsche Wetter Dienst auf 490 kHz NAVTEX-Meldungen in deutscher Sprache.
Die Reichweiten der Sendeanlagen sind so ausgelegt, daß eine Beeinflussung der gleichzeitig sendenden Funkstellen in der Regel ausgeschlossen ist (siehe auch Übereichweite)
Die von den Küstenfunkstellen nach einem festen Sendeplan ausgestrahlten Mitteilungen können an Bord entsprechend dem Reiseverlauf empfangen und dekodiert werden und dienen somit der Sicherheit von Crew und Schiff.
Über NAVTEX werden Sicherheitsinformationen verbreitet, wie z.B.:
- nautische Warnnachrichten
- Seenotmeldungen
- Sturmwarnungen
- Ausfall von Navigationssystemen
- zeitlich begrenzte Sperrgebiete
- usw.
Seewetterberichte über NAVTEX
Mit der vollständigen Einführung des GMDSS senden viele Küstenfunkstellen auch 2 x täglich Seewetterberichte und 24h-Vorhersagen aus.
Navareas
Die Weltmeere sind in 16 Navareas unterteilt, die international koordiniert werden. Die zu einer Navarea gehörenden Küstenfunkstellen werden durch einen eindeutigen Buchstaben identifiziert. Die Kennbuchstaben sind jedoch mehrfach 'belegt'.So steht z.B. die Kennung P :
- in Navarea 1 für Netherland Coastguard
- in Navarea 3 für Haifa (Israel).
Übereichweite
Durch Überreichweiten können trotz Ausrichtung der Antennenanlagen und angepaßten Sendestärken Überschneidungen erfolgen. So kann es möglich sein, daß man z.B. im Mittelmeerraum (Navarea 3) auch Netherlands Coastguard aus Navarea 1 statt Haifa aus Navarea 3 empfängt.
In der Praxis allerdings sind solche Überreichweiten ohne Bedeutung, wenn der Dekoder die Konfiguration
von Küstenfunkstellen zuläßt. Befindet man sich im Empfangsbereich von z.B. Split Radio
(Navarea 3), wird man den Dekoder so einstellen, daß Meldungen von der Küstenfunkstelle Haifa
generell unterdrückt werden. Eventuelle Überreichweiten von Netherlands Coastguard aus
Navarea 1 (beide haben den Kennbuchstaben P) werden somit ebenfalls unterdrückt.
